Ergebnisse der Informations- und Beteiligungsphase
11. Dezember 2025
Vielen Dank, dass Sie Ihre Meinung mit uns geteilt haben!
Der Heilige Martin als Diözesanpatron erinnert daran, dass Teilen Zukunft ermöglicht. Dieses Motiv war die vergangenen Monate leitend für die Informations- und Beteiligungsphase im Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“. Dabei hat die Projektleitung die Überlegungen zu den kirchenrechtlich möglichen Struktur- und Leitungsmodellen geteilt und viele Interessierte haben Erfahrungen, Fragen, Sorgen und Hoffnungen beigetragen – ein „geteiltes Mantelstück“ an Perspektiven für die Kirche der Zukunft.
Rückmeldungen aus Umfrage & Veranstaltungen
Die Online-Umfrage zum Projekt startete am 27. Juni und endete am 10. November. Über diese Umfrage wurden über 3.000 Rückmeldungen verzeichnet – herzliches Dankeschön an alle, die ihre Meinung geteilt haben.
Darüber hinaus wurden die zahlreichen Veranstaltungen der Prozess- und Projektleitung für Rückmeldungen genutzt, darunter 18 Online-Veranstaltungen und mehrere Präsenzveranstaltungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende. Auch in der Fläche wurden seitens der Dekanate und von Kirchengemeinden zahlreiche Veranstaltungen initiiert. Gesammelte Rückmeldungen aus 28 Infoveranstaltungen auf Ebene der Seelsorgeeinheiten und 14 Dekanatsveranstaltungen sind gemeinsam mit den Rückmeldungen von Berufsgruppen, Gremien und Einzelpersonen in die qualitative Auswertung eingeflossen.
Die Beiträge liefern ein umfassendes Stimmungsbild und sind qualitative Einschätzungen, die uns Orientierung für die anstehende Transformation unserer Diözese geben. Solche Rückmeldungen zeigen uns, wie sehr die Kirche vor Ort lebt – und wie wichtig es ist, einander gut zuzuhören.
Alle Rückmeldungen wurden gesammelt, digitalisiert und anonymisiert. Um die Vielzahl an Beiträgen gut zu berücksichtigen, wurde eine KI-gestützte Analyse eingesetzt. Dadurch konnten in regelmäßigen Abständen sowohl quantitative Entwicklungen als auch qualitative Schwerpunkte betrachtet werden. Diese Auswertungen flossen fortlaufend in die Arbeit der Kernteams ein und werden im Steuerungskreis diskutiert.
„Von der Umfrage haben wir uns offene Fragen und Themen erhofft, die noch nicht bedacht worden sind, aber auf jeden Fall berücksichtig werden müssen. Diese Hoffnung wurde erfüllt. Manche Fragen haben auch gleich zu einem konkreten Ergebnis geführt.“
Barbara Strifler, Teil der Projektleitung
Die finale Auswertung der Daten und Rückmeldungen wird bis zur Sitzung des Diözesanrats am 28./29. November abgeschlossen sein und in die Entscheidungsvorlagen für die Rät:innen einfließen. In diese Vorlagen werden darüber hinaus das Ergebnis eines Finanzgutachtens, juristische Überlegungen, pastorale Kriterien und Erkenntnisse aus der Personalentwicklung eingearbeitet. Der Diözesanrat gibt in dieser Sitzung ein Votum zu den Themen „Neue Leitungsmodelle“, „Anzahl der zukünftigen Raumschaften“ und „Vorgehensweise bei der Zusammenführung der Körperschaften öffentlichen Rechts (Kirchengemeinden)“.
Ergebnisse der Online-Umfrage
Anzahl der Teilnehmenden insgesamt: 3.131
Vollständige Antworten: 1.975
Zur Anzahl und den demografischen Daten der Umfrage-Teilnehmend führen wir aktuell noch Unterschiedsanalysen hinsichtlich „Jung“ und „Alt“, Stadt“ und Land“ sowie „Haupt- und Ehrenamt“ durch.
Ein eindeutiges Meinungsbild hat sich zum Thema Einführung von hauptamtlichen Verwaltungsbeauftragten ergeben:
Die Einschätzungen zu den Leitungsmodellen fallen folgendermaßen aus:
Das Stimmungsbild zur Möglichkeit zur Vereinigung durch Union oder Fusion zeigt sich folgendermaßen:
Ermöglichung zur Namensänderung hat Einfluss auf die Stimmung
Als die Informationsveranstaltungen im Juli gestartet sind, lautete die Information: Bei Vereinigung von Kirchengemeinden durch Union gibt die aufnehmende Gemeinde den Namen vor, bei der Fusion ist es möglich, sich auf einen neuen Namen zu einigen. Eine Rückmeldung Ende Juli hat die Frage aufgeworfen, ob das wirklich so sein muss und gab den Ausschlag, dies zu überdenken:
„Habe ich das richtig verstanden: in den neuen „Großgemeinden“ wird es eine Patroziniumskirche geben? Der Name dieser Kirche bleibt erhalten, muss aber nicht der Gemeindename sein? Am Beispiel unserer Kirchengemeinde könnte das bedeuten: Unser Münster St. Johannes Baptist wird Hauptkirche, die Gemeinde könnte aber LAMM heißen wie bisher unsere Seelsorgeeinheit.“
Diese Rückmeldung war Anlass, dass seitens der Diözesanleitung die Möglichkeit einer Namensänderung auch bei einer Vereinigung durch Union geprüft wurde. Es zeigte sich, dass im Rahmen der Union eine Veränderung des bisherigen Namens der aufnehmenden Pfarrei und Kirchengemeinde kirchenrechtlich möglich ist und in unserer Diözese zur Anwendung kommen soll (die Kriterien für diese Namen werden in einem weiteren Schritt ausgearbeitet).
Die Analyse der Daten zeigt, dass ab dem Zeitpunkt, als dieses Ergebnis in die Kommunikation eingeflossen ist, die Zustimmung zur Vereinigung durch Union in den Kommentaren der Online-Umfrage, aber auch in allen weiteren Rückmeldungen zugenommen hat. Dies zeigen beispielhaft die nachfolgenden Rückmeldungen:
„Bei der Zusammenführung der Kirchengemeinden ist die Zusammenführung unter einem neuen Namen wichtig. Dann bleibt die Kirchengemeinde als Identifikationsort / Pfarrkirche bestehen und es gibt einen übergeordneten Identifikationsraum, der wiederum Identifikation schafft und Verwechslung vermeidet oder im bestenfalls Fall auch Eifersucht vermeidet.“ (aus der Online-Umfrage)
„Beim Thema Struktur war das einhellige Votum für das Modell Union unter Maßgabe der Namensänderung.“ (Brief aus einer Seelsorgeeinheit)
„Wie kompliziert ist ein neutraler (neuer) Name bei einer Union? Wenn leicht möglich, dann deutlich mehr Akzeptanz.“ (Kommentar auf einer diözesanen Informationsveranstaltung zu Projekt)
Diese und vergleichbare Rückmeldungen lassen in der ersten Gesamtauswertung folgende Schlüsse ziehen:
- Ein neutraler neuer Name verbindet den pragmatischen Aspekt der einfacheren Union mit dem Bedürfnis nach gleichberechtigtem Neustart.
- Die Möglichkeit der neuen Namensgebung auch bei der Union mildert die größte Befürchtung bei dieser Form des Zusammenschlusses (Vereinnahmung durch eine Gemeinde) und steigert die Akzeptanz deutlich.
Insgesamt übersteigt die Anzahl der positiven Rückmeldungen bei weitem die kritischen Stimmen (hier eine Auswahl):
„Danke für die Vorarbeit und den breit angelegten Prozess. Ich wünsche uns allen jesusmäßiges, geistesgegenwärtiges und gottvertrauendes Gelingen!"
„Die Stimmung insgesamt unter den ehrenamtlich Engagierten ist so, dass eine Bereitschaft zur Mitgestaltung der neuen Wege sichtbar und spürbar ist."
„Ich spüre echte und ernsthaft gewollte Beteiligung. Danke, dass ihr euch heute Abend mit ehrlichen und anschaulichen Antworten den Fragen stellt und gestellt habt."
„Diese Umfrage ist schon mal ein guter Anfang. Die Menschen müssen das Gefühl bekommen, sich beteiligen zu können und dass ihre Meinung zählt."
„Ich sehe diesen Prozess sehr positiv und bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Prozess „alte“ Strukturen aufbrechen und endlich neue Wege gehen…"
Aber auch Sorgen und Ängste wurden mitgeteilt.
„Habe schon jetzt das Gefühl, dass die ‚Beteiligung‘ nur ein Feigenblatt ist und in Wirklichkeit die Würfel bereits gefallen sind."
„Werden die Raumschaften zu groß? – Kann hier noch Seelsorge möglich sein?"
„Die Vorstellung zwischen der Vision und der Rückmeldefrist ist deutlich zu kurz. Wir sind von diesem Vorgehen mehr als enttäuscht. Wir befürchten, dass die Rückmeldungen überhaupt keinen Anklang finden werden, da bereits das Ergebnis fest steht."
„Es ist wichtig, konkret zu werden und die Änderungen klar zu benennen und zu beschreiben. Bisher ist alles sehr modellhaft und wissenschaftlich. Damit erreicht man die Kirchengemeindemitglieder nicht."
All diese Rückmeldungen helfen dabei, tragfähige Entscheidungen vorzubereiten und die Transformation darüber hinaus zu gestalten.
Gestützt auf die Rückmeldungen aus der Umfrage und die zielgerichtete Befragung weiterer Fokusgruppen werden weitere Formate entwickelt, die für klare Information, Begleitung und Beteiligung in den kommenden Veränderungen sorgen.
Aktuelle Informationen gibt es auf dieser Website und im Newsletter „Kirche der Zukunft“ (→ Zur Anmeldung). Rückmeldungen zum Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ und dem Prozess „Kirche der Zukunft“ sind weiterhin möglich an: beteiligung-kirche-der-zukunft(at)drs.de.








